Bedarfsanalyse und -planung zur Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt

Zoom e.V. ist an der Umsetzung des Bundesmodellprogramms „Bedarfsanalyse und -planung zur Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ für das Land Niedersachsen beteiligt. Gefördert wird das Projekt über das Niedersächsische Sozialministerium. Hintergrund ist die 2017 von der Bundesrepublik Deutschland vollzogene Ratifizierung der „Istanbulkonvention“ (Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt), welche damit zum 1.2.2018 auch in Deutschland in Kraft getreten ist. Das Bundesmodellprogramm des BMFSFJ soll dazu beitragen, die Hilfeinfrastruktur für alle gewaltbetroffenen Frauen zu verbessern. Insgesamt fünf Bundesländer sind mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten daran beteiligt. Der Schwerpunkt in Niedersachsen liegt auf Frauenhäusern im ländlichen Raum. Die Bedarfsanalyse wird in drei Modulen umgesetzt (Laufzeit 12/2017 bis 2/2018 und 8/2018 bis 6/2019). Nach einer Phase der Entwicklung von Erhebungsinstrumenten wurden in der zweiten Projektphase im Herbst 2018 in 20 Frauenhäusern insgesamt 110 Frauenhausbewohnerinnen mit einem teilstandardisierten Instrument befragt (schriftlich und telefonisch), an 6 Standorten wurden Gruppendiskussionen mit dem ambulanten Hilfesystem zu Fragen des Zugangs und der Zugangshürden umgesetzt, zudem wurden einzelne Interviews mit Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen zu besonderen Problemlagen geführt. Am 14.3.2019 hat im Rahmen des Projekts ein Fachtag zum Thema „Frauenhäuser in Niedersachsen – Herausforderungen und neue Wege im Gewaltschutz“ stattgefunden. Die Befunde der Befragungen wurden vorgestellt und wichtige Themen für die Weiterentwicklung des Gewaltschutzsystems und insbesondere der Frauenhausstruktur diskutiert. Nach Auswertung der Befunde werden in der dritten Projektphase Empfehlungen für eine Weiterentwicklung des Hilfesystems erarbeitet und Gestaltungsmöglichkeiten mit relevanten Akteur*innen auf Landesebene erörtert.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 8/2018 bis 6/2019.

Veröffentlichungen

Abschlussbericht: Befragung von Frauenhausbewohnerinnen und Fachkräften in Niedersachsen – Methoden, Befunde und Ansätze zur Weiterentwicklung des Hilfesystems (download), veröffentlicht im Januar 2020

„Herausforderungen und neue Wege im Gewaltschutz“ Dokumentation des Fachtages Frauenhäuser in Niedersachsen am 14.03.2019 im Stephansstift Hannover (download)

Ansprechpartnerinnen: Sandra Kotlenga und Barbara Nägele